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Stress als Auslöser von Autoimmunerkrankungen

Posted by admin

Die Ätiologie von Autoimmunerkrankungen ist multifaktoriell: Genetische, umweltbedingte, hormonelle und immunologische Faktoren werden für ihre Entwicklung als wichtig angesehen. Dennoch wurde das Auftreten von mindestens 50% der Autoimmunerkrankungen auf „unbekannte Triggerfaktoren“ zurückgeführt. Physischer und psychischer Stress ist mit der Entwicklung von Autoimmunerkrankungen verbunden, da zahlreiche Tier- und Humanstudien die Wirkung verschiedener Stressoren auf die Immunfunktion zeigten. Darüber hinaus fanden viele retrospektive Studien heraus, dass ein hoher Anteil (bis zu 80%) der Patienten vor Ausbruch der Krankheit über ungewöhnlichen emotionalen Stress berichtete. Leider verursacht Stress nicht nur Krankheiten, sondern die Krankheit selbst verursacht auch erheblichen Stress bei den Patienten, wodurch ein Teufelskreis entsteht. Jüngste Übersichten diskutieren die mögliche Rolle von psychischem Stress und der wichtigsten stressbedingten Hormone bei der Pathogenese von Autoimmunerkrankungen. Es wird vermutet, dass die durch Stress ausgelösten neuroendokrinen Hormone zu einer Immundysregulation führen, die letztendlich zu einer Autoimmunerkrankung führt, indem sie die Zytokinproduktion verändern oder verstärken. Die Behandlung von Autoimmunerkrankungen sollte daher Stressmanagement und Verhaltensinterventionen umfassen, um ein stressbedingtes Ungleichgewicht des Immunsystems zu verhindern. Verschiedene Stressreaktionen sollten mit Autoimmunpatienten besprochen werden, und obligatorische Fragebögen zu Triggerfaktoren sollten neben Infektionen, Traumata und anderen häufigen Auslösern auch psychischen Stress enthalten.

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